Afghanistan

Ein Land, dessen Namen man heute nur aufgrund von Krieg und Terror kennt; aber dies war nicht immer so…

Die moderne Vergangenheit

In den 60er und 70er Jahren war das Land ein beliebtes und bekanntes Touristenziel, welches Menschen aus aller Welt wegen seines Reichtums an historischen Bauten, malerischen Landschaften und exotischen Früchten anlockte.

„Akazienbäume waren die einzigen Wächter Kabuls“

,so beschreibt es  der afghanische Sänger Farhad Darya, womit er deutlich machen will, dass Afghanistan damals weitaus sicherer war, als zur heutigen Zeit.

Diverse Machtwechsel und der Stellvertreterkrieg des Ost-West-Konflikts, der inzwischen zum Bürgerkrieg geworden ist, zermürbten Afghanistan und nahmen ihm seine ganze Schönheit, hinterließen jedoch im Gegenzug Minen, Bomben und Raketen.

Mit der Verabschiedung der neuen Verfassung im Jahr 2004 wurde Afghanistan offiziell zur „Islamischen Republik Afghanistan“, was mit sich brachte, dass von nun an die Scharia, das islamische Gesetz, in Kraft trat. Die Tage an denen Frauen ohne Kopftuch, geschweige denn Burka auf die Straße durften, an denen sie Menschenrechte besaßen und unabhängig sein konnten waren gezählt; aber auch Infrastruktur und das Bildungssystem müssen gehörig unter dem Krieg leiden.

Es gibt weder Autobahnen noch Schienennetz. Das einzige, was einer Infrastruktur nahe kommt, ist die Tatsache, dass große Städte wie Kabul oder Mazaar-e-Sharif durch beschädigte Straßen verbunden sind, die unter anderem auch an Bergen und Tälern vorbeiführen.

In der Rangliste der Weltbank „Logistics Performance Index“ belegt  Afghanistan von 160 Ländern den letzten Platz, wenn es um die Infrastruktur geht den drittletzten. Dies hat leider auch Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Unter anderem scheitert das Land an folgenden Faktoren:

  • Versorgung mit Medikamenten, Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern ist sehr schlecht
  • In ländlichen Gebieten wird die Bevölkerung (vor allem Frauen) von radikalen Gruppierungen unterdrückt
  • Kaum Ärzte und Schulen in den Provinzen
  • Bewohner leben von Subsistenzwirtschaft  
  • Bewohner außerhalb der Städte werden von bewaffneten Milizen zum Mohnanbau gezwungen > wird von Rebellen zur Drogenproduktion verwendet (Bauern bekommen nur einen sehr geringen Anteil)

Doch auch das Bildungssystem ist nicht mehr das, was es einmal war. Es gibt kaum noch Lehrer mit adäquater Ausbildung, was daran liegt, dass die meisten Intellektuellen geflohen sind oder von den Taliban ermordet wurden.

Generell haben die Taliban damals wie auch heute alles und jeden vernichtet, was ihnen nicht passt; sie sind nämlich der Ansicht, dass alles, was nicht gerade mit ihrer Version des Islam zu tun hat, falsch ist. Sie sorgten dafür, dass das komplette Schulsystem umgekrempelt wurde, sodass Bücher, die Gedichte von Rumi, Hafis oder Nezami beinhalteten verbrannt wurden und auch Musik und Filme wurden verboten.

All das hat zur Folge, dass die Analphabetenrate Afghanistans mittlerweile auf circa 70% gestiegen ist (Frauen: 75,8% Männer: 48%), was im internationalen Vergleich sehr hoch ist.

Was also fast am wichtigsten für die Verbesserung der sowohl politischen als auch wirtschaftlichen Lage Afghanistans ist, ist eine „Neuauflage“ des Bildungssystems, vor allem jedoch die Unterstützung der Frauenrechte seitens der Regierung.

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